Maklerprovision bzw. Maklercourtage für die Vermittlung einer Immobilie

Maklerprovision bzw. Maklercourtage für die Vermittlung einer Immobilie

Es ist wohl der Hauptgrund, warum sich viele Leute dazu entschließen, eine Immobiliensuche bzw. einen Immobilienkauf ohne einen Immobilienmakler durchzuführen: Die Maklerprovision oder auch Courtage. Je nach Miet- bzw. Kaufpreis kann es sich bei der Provision um eine sehr hohe Summe handeln, die von vielen lieber in andere Dinge investiert wird, als in die Bezahlung eines Maklers.

Bei der Provision für Immobilienmakler muss man zwischen zwei verschiedenen Provisionsansprüchen unterscheiden. Provision für die Vermittlung von Mietimmobilien und bei der Vermittlung von Kaufimmobilien.

Wer die Maklerprovision entrichten muss, hängt vom örtlichen Immobilienmarkt ab. In Frankfurt am Main herrscht ein sogenannter Verkäufer- bzw. Vermietermarkt. Es gibt hier eine beträchtliche Anzahl an Immobiliengesuchen. Demnach müssen die Käufer für die Maklerprovision aufkommen. Der Käufer- oder Mietermarkt ist das logische Gegenteil zum Verkäufer- bzw. Vermietermarkt. In diesem Fall wird der Makler durch den Verkäufer bezahlt. Manche Maklerbüros stellen beiden Parteien eine Provision in Rechnung, hierbei handelt es sich jedoch um eine Seltenheit.

Wie genau sich die Maklerprovision bei einem Verkauf bzw. bei einer Vermietung in Hessen berechnen lässt, sollen folgende Beispiele verdeutlichen. Selbstverständlich werden bei der Berechnung die aktuelle gültigen Prozentsätze verwendet.

Provisionen bei Mietimmobilien

Wird eine Mietwohnung durch einen Makler vermittelt, beträgt die Provision üblicherweise das 2,38-fache einer monatlichen Kaltmiete. Die Provision setzt sich aus zwei einzelnen Berechnungsgrundlagen zusammen. Zum einen beträgt der höchstmögliche Vermittlungsanspruch gemäß §3 Abs. II Satz 1 WoVermRG (Regelung zur Vermittlung von Wohnungen) zwei Monatskaltmieten, zum anderen müssen 19 Prozent Mehrwertsteuer addiert werden. Da 19 Prozent in dezimaler Schreibweise 0,19 ergeben und dieser Prozentsatz für zwei monatliche Kaltmieten berechnet werden muss (0,19 x 2), beträgt die Gesamtsumme der Maklerprovision 2,38 Kaltmieten.

Beispiel

Die monatliche Kaltmiete einer 80 Quadratmeter großen Wohnung in Frankfurt Sachsenhausen beträgt 1200 Euro. Die Provision beträgt, wie bereits erörtert, das 2,38-fache der angegebenen Kaltmiete.1.200 Euro x 2,38 = 2.856 Euro

Die Maklerprovision bei Unterzeichnung des Mietvertrags beträgt demnach 2.856 Euro inkl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer von 19 Prozent.

Provisionen bei Kaufimmobilien

Im Gegensatz zur Maklerprovision bei Mietimmobilien existiert bei der Berechnung der Maklerprovision bei Kaufimmobilien keine gesetzliche Regelung. Zwar ist die Höhe der Provision dadurch frei verhandelbar, dennoch haben sich in vielen Regionen feste Provisionshöhen etabliert. Im Raum Frankfurt (Hessen) lautet die übliche Höhe der Maklerprovision 5,95 Prozent inkl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

Die Berechnung der Provision verläuft analog zur Berechnung der Maklerprovision bei Mietimmobilien. Die Provisionshöhe ohne gesetzliche Mehrwertsteuer beträgt 5 Prozent. Wird die Mehrwertsteuer hinzugerechnet (5 x 0,19 = 0,95), ergibt sich eine Gesamtsumme von 5,95 Prozent.

Neben der Höhe des Betrags liegt der größte Unterschied zwischen der Maklerprovision einer Mietimmobilie und der einer Kaufimmobilie in der Art der Berechnung. Bei einer Kaufimmobilie wird zur Berechnung der Courtage ein gewisser Prozentsatz der Kaufsumme in Rechnung gestellt, bei einer Mietimmobilie das x-fache einer monatlichen Kaltmiete. Der Grund hierfür ist einfach zu erklären: Wer eine Immobilie kauft, muss dafür keine monatliche Miete entrichten.

Beispiel

Gekauft werden soll eine Stadtvilla in der Frankfurter City zu einem Betrag von einer Million Euro. Die Maklerprovision beträgt in diesem Fall, sofern nicht ein anderer Prozentsatz vereinbart wurde, 5,95 Prozent vom Kaufpreis.1.000.000 Euro X 5,95 Prozent = 59.500 Euro

Die Maklerprovision für die Stadtvilla bei Unterzeichnung des Kaufvertrags beträgt demnach 59.500 Euro inkl. der gesetzlicher Mehrwertsteuer.

 

Zu den bereits berechneten Maklerkosten wird dem Käufer auch eine Grunderwerbssteuer in Rechnung gestellt, die in Frankfurt aktuell fünf Prozent vom Kaufpreis beträgt. Demnach sind weitere 50.000 Euro (1.000.000 x 5 Prozent = 50.000) vom Käufer zu bezahlen.